Trombone Unit Hannover (Blechbläserformation)

Königliches Blech - Meisterwerke
Jugend-Gala

Datum:

Ort: Krönungssaal im Rathaus

Foto Trombone Unit Hannover
Trombone Unit Hannover

Programm

Georg Friedrich Händel
Music for the Royal Fireworks HWV 351, Ouvertüre

Sergei Prokofjew
Romeo und Julia, op 64
5 Sätze aus Suite Nr. 1 und 2

Paul Dukas
Fanfare La Péri

Modest Mussorgsky
Bilder einer Ausstellung

Kritik

Strahlende Klangpracht in aberwitziger Geschwindigkeit

Trombone Unit Hannover begeistert das Accordate-Publikum mit selten zu hörender Posaunen-Musik. Acht junge Virtuosen.

Von Thomas Beaujean

Aachen. Solche Phonstärken wie bei der Jugendgala der Kammermusikreihe Accordate erleben die altehrwürdigen Mauern des Krönungssaales eher selten. Zu Gast im Aachener Rathaus war die Trombone Unit Hannover, acht junge Posaunisten, alle Absolventen der Musikhochschule Hannover, die sich 2008 zu einer Blechbläserformation zusammentaten und seitdem mit zahlreichen Preisen ausgezeichnet wurden, unter anderem mit dem Preis des deutschen Musikwettbewerbs in Berlin. Das war der Anlass für die Organisatoren von Accordate, sie zu einem Sonderkonzert außerhalb der Abonnementsreihe einzuladen.

Der Sound der acht Posaunisten war denn zunächst auch verblüffend: Von samtweich bis schmetternd reichte die Klangskala des Ensembles bei Paul Dukas‘ Fanfare „La Péri“, die ebenso wie zwei andere Stücke von Ensemblemitglied Lars Karlin für diese Besetzung arrangiert war.

Reine Freude bereitete das Arrangement der Ouvertüre zu Händels Feuerwerksmusik: Das hatte nicht nur strahlende Klangpracht, sondern war in dem schnellen Mittelteil von einer atemberaubenden Virtuosität. Diese acht exzellenten jungen Leute führten einem erstaunten Publikum vor, wie beweglich Posaunen in aberwitzig schnellen Passagen sein können. Dabei war das Zusammenspiel ebenso perfekt wie die Intonation.

Bei den fünf Sätzen aus Sergej Prokofjefs Suite zu „Romeo und Julia“ wurde die Besetzung auf sechs Musiker reduziert. Wegen der sehr geschickten Auswahl der Sätze, die sehr auf den Klangcharakter der Posaunen zugeschnitten war, machte das Zuhören Freude, zumal das spieltechnische Niveau sehr hoch war.

An ihre Grenzen stießen die jungen Musiker allerdings bei der Wiedergabe eines Arrangements von Modest Mussorgskys „Bilder einer Ausstellung“. Mochten die Promenaden und Sätze wie „Das alte Schloss“,„Bydlo“ oder „Katakomben“ noch sehr idiomatisch klingen, so ließen der „Gnomus“ oder die äußerst schwerfällig in ihren Eierschalen tanzenden Küken die Grenzen einer solchen Bearbeitung erkennen, auch wenn sie durch besondere Klangeffekte mit verschiedenen Dämpfern einiges Raffinement erkennen ließ. Wer Maurice Ravels Orchesterversion im Ohr hat, dem fehlte schlicht die dynamische und klangliche Differenzierung.

Ganz davon abgesehen, dass gegen Ende auch die Belastbarkeit der Hörerohren an ihre Grenzen geriet. Bei der „Hexe Baba Yaga“ und dem abschließenden „Großen Tor von Kiew“ wurde dem Publikum in dieser Hinsicht einiges abverlangt.

Da versöhnte die Zugabe eines schwedischen Weihnachtsliedes wieder mit weichen und runden Klängen.

AZ/AN vom 20.11.2012

Zurück