Trio Wanderer (Klaviertrio)

4. Abo-Konzert

Datum:

Ort: Krönungssaal im Rathaus

Foto Trio Wanderer
Trio Wanderer

Künstler

Jean-Marc Phillips-Varjabedian (Violine)
Raphael Pidoux (Violoncello)
Vincent Coq (Klavier)

Ein einziger Satz mag hier genügen:

GMD Marcus R. Bosch, unser Schirmherr: „ … und ich freue mich auf die neue wiederum erstklassige Spielzeit von "Accordate" - und ganz besonders auf das vielleicht zurzeit weltbeste Klaviertrio Trio Wanderer!"

Programm

Robert Schumann
Trio Nr. 1 d-Moll op.63

Thierry Escaich
Lettres Mêlées

Johannes Brahms
Trio Nr. 1 H-Dur op.8

Kritik

Höchste Intensität

Klanglich perfekt: Trio Wanderer bei Accordate

Von Thomas Beaujean

Aachen. Mit dem Trio Wanderer stellte sich eine der weltweit besten Klaviertrio-Formationen in der Reihe der Accordate Kammerkonzerte im vollbesetzten Krönungssaal des Aachener Rathauses vor und brachte ein Programm mit gewichtigen Werken der romantischen Literatur und einem zeitgenössischen, höchst spannenden Stück zu Gehör.

Die Franzosen Vincent Coq, Klavier, Jean-Marc Phillips-Varjabédian, Violine, und Raphael Pidoux, Violoncello, bilden eine musikalische Einheit von perfektem Zusammenspiel und klanglicher Ausgewogenheit. Robert Schumanns 1. Klaviertrio d-Moll und Johannes Brahms’ 1. Klaviertrio H-Dur in der überarbeiteten Fassung von 1889 sind auf dem gleichen geistigen Hintergrund entstandene Werke, in romantischem Überschwang mit scharfen Kontrastsetzungen. Das Trio spielte diese Musik mit einer gestalterischen Intensität, die ihresgleichen suchte. Die klangliche Skala reichte dabei von feinsten Schattierungen bis zu überbordendem Temperament, das aber zu keinem Zeitpunkt außer Kontrolle geriet und bei allem Impetus immer klanglich gebändigt wirkte.

Allerdings wurde bei diesen Stücken einmal mehr ein grundsätzliches Problem überdeutlich: Kammermusik mit vollgriffigem Klaviersatz ist im Krönungssaal allenfalls für die Hörer ein Genuss, die der Bühne ganz nahe sitzen. Weiter hinten sind klangliche Konturen kaum noch auszumachen. Das ist umso schmerzlicher, je hochwertiger die Interpretationen ausfallen. Wie klanglich perfekt die beiden Streicher, bei denen aber auch nicht die geringste Intonationstrübung festzustellen war, mit dem Klavier harmonierten, war nur für recht wenige Hörer erfahrbar.

Höchst substanzvoll, in der Sprache profiliert und eigenständig, waren die „Lettres Mêlées“ des französischen Komponisten Thierry Escaich, in denen er sich mit den Komponisten Brahms, Bach und Bartók stilistisch auseinandersetzt. Die Quasi-Zitate waren bei Brahms wenig, bei Bach und Bartók sehr deutlich zu hören. Die drei Musiker spielten diese teilweise hochvirtuose Musik mit einer mitreißenden rhythmischen Brillanz, die das Publikum zu Beifallsstürmen animierte. Bei zeitgenössischer Musik wahrlich nicht selbstverständlich. Als Zugabe gab es einen weiteren Brahms-Satz.

AZ/AN vom 27.04.2010

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