Trio Opus 8 (Klaviertrio)

3. Abo-Konzert

Datum:

Ort: Krönungssaal im Rathaus

Foto Trio Opus 8
Trio Opus 8

Künstler

Michael Hauber (Klavier)
Eckhard Fischer (Violine)
Mario de Secondi (Violoncello)

Das Trio Opus 8 wurde 1986 gegründet und war bereits im gleichen Jahr Preisträger bei Kammermusikwettbewerben. Seitdem spielt es unverändert in der gleichen Besetzung. Das Trio Opus 8 ist regelmäßig in allen wichtigen Musikzentren im In- und Ausland zu Gast.
In Anlehnung an zahlreiche Kompositionen für Klaviertrio, die die Opuszahl 8 tragen - genannt seien nur die Trios von Johannes Brahms, Frédéric Chopin, Hans Pfitzner und Dimitri Schostakowitsch - gab sich das Trio Opus 8 seinen Namen.

Programm

Franz Schubert (1797-1828)
Klaviertrio Es-Dur op.100 D 929

Ludwig van Beethoven (1770-1827)
Klaviertrio B-Dur op.97 "Erzherzogtrio"

Kritik

Bei allem Sinn fürs schöne Detail die große Linie nie verloren

Trio Opus 8 brilliert beim Accordate-Konzert mit wunderbarem Spiel. Krönungssaal des Aachener Rathauses sehr gut besucht.

Von Thomas Beaujean

Aachen. Ein Werk mit der Opuszahl Acht spielte die Klaviertrioformation, die sich „Trio Opus 8“ nennt, bei ihrem Auftritt im Rahmen der Aachener Accordate-Reihe zwar nicht. Im Gegenteil: Zur Aufführung gelangten zwei gewichtige Werke mit hohen Opuszahlen von Franz Schubert und Ludwig van Beethoven, denen gemeinsam ist, dass sie die jeweils letzte Auseinandersetzung der Komponisten mit der Gattung Klaviertrio darstellen. Das bürgt für den Rang der beiden Werke: Schuberts Trio Es-Dur op. 100 und Beethovens Trio op. 97 sind beide großformatige und ausladende Werke von ähnlicher Spieldauer. Und beide sind absolute Meisterwerke.

Michael Hauber (Klavier), Eckhard Fischer (Violine) und Mario de Secondi (Violoncello) spielten im Krönungssaal vor sehr gut besetztem Haus – ein weiterer Hinweis darauf, wie gut die neue Reihe angenommen wird. Und von Anfang an konnten die drei Musiker klarstellen, dass die 22 Jahre ihres gemeinsamen Musizierens seit der Gründung des Ensembles sie zu einer vollkommen homogenen Einheit zusammengeschweißt hat, die auch mit dem besonderen Problem der Klangbalance zwischen Klavier und Streichern souverän umzugehen weiß.

Michael Hauber gelang das Kunststück, selbst bei dem dominanten Klavierpart in Beethovens Trio seine Streicherkollegen nicht an die Wand zu spielen, ohne sich dabei selbst allzu sehr zurücknehmen zu müssen.

Die Interpretionsansätze waren bei beiden Werken ähnlich: Es wurde ungemein sensibel und delikat musiziert. Bei aller klanglichen Schönheit der Details ging nie der Sinn für die große Linie verloren, die symphonischen Dimensionen waren formal gebändigt.

Aus wunderbar ausgehörten Pianotönen entwickelten sich große Steigerungen organisch, die auch an den Höhepunkten klanglich immer kontrolliert blieben. Die Sensibilität der Wiedergabe des abgrundtiefen langsamen Satzes des Schubert-Trios war zutiefst bewegend. Dass die drei aber auch klanglich zupacken und temperamentvolle Schlussakzente setzen können, das bewiesen die spontanen Bravo-Rufe jeweils am Ende der Interpretationen. Den Schlussapplaus belohnte das Ensemble mit der Zugabe der Romanze aus den Fantasiestücken op. 88 von Robert Schumann.

AZ/AN vom 01.04.2008

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