Trio Echnaton (Streichtrio)

2. Abo-Konzert

Datum:

Ort: Krönungssaal im Rathaus

Foto Trio Echnaton
Trio Echnaton

Künstler

Wolfram Brandl (Violine)
Sebastian Krunnies (Viola)
Frank-Michael Guthmann (Violoncello)

Individualität und Verschmelzung von Intellekt und musikalischer Emotion zeichnen das Trio Echnaton aus, das heute zu den führenden Streichtrios weltweit zählt.

Wolfram Brandl ist Mitglied der Berliner Philharmoniker. Sebastian Krunnies - gleichfalls Mitglied der Berliner Philharmoniker - und Frank-Michael Guthmann, 1. Solocellist des SWR Sinfonieorchesters Baden-Baden und Freiburg, sind Gründungsmitglieder des Trio Echnaton.

Programm

Ludwig van Beethoven (1770-1827)
Streichtrio Nr. 3 G-Dur op. 9/1

Johann Sebastian Bach (1685-1750)
Goldberg-Variationen, Bearbeitung für Streichtrio von Dmitri Sitkovetsky

Kritik

Wagemutiger Nachwuchs setzt Bachs "Goldberg-Variationen" um

Trio Echnaton beeindruckt in der Accordate-Reihe mit ungewöhnlicher Streicher-Bearbeitung. Klanglich sehr abwechslungsreich.

Von Thomas Beaujean

Aachen. Die Gattung des Streichtrios hat bei weitem nicht jene Popularität erreicht wie andere kammermusikalische Gattungen. Dass der dreistimmige Satz luzider und weniger füllig ist als der vierstimmige, hat dennoch viele bedeutende Komponisten nicht davon abgehalten, gewichtige Beiträge zu dem Genre zu leisten.

Einer dieser Beiträge von Ludwig van Beethoven, sein Trio Nr. 3 G-Dur op. 9, eröffnete das 2. Konzert der Accordate-Reihe im Krönungssaal des Aachener Rathauses. Zu Gast war das junge, gleichwohl schon renommierte Trio Echnaton mit Wolfram Brandl, Violine, Sebastian Krunnies, Viola, und Frank-Michael Guthmann, allesamt Mitglieder großer deutscher Sinfonieorchester. Seit sechs Jahren spielen sie in dieser Besetzung zusammen und sind zu einer Einheit verschmolzen, die spieltechnisch und intonatorisch ihren Aufgaben souverän gewachsen ist und für ihre Interpretationen klangliche Lösungen anbietet, die kompositorische Strukturen erhellen, andererseits aber bisweilen Gefahr laufen, ins Artifizielle abzudriften. Dies war beispielsweise im Adagio der Fall, in dem das Spielen mit wechselnden Klangfarben etwas aufgesetzt wirkte. Ansonsten war das eine perfekte Wiedergabe, die im Presto-Finale ein Höchstmaß an virtuoser Brillanz erreichte.

Johann Sebastian Bachs gewaltiger Klavier-Variationszyklus, die Goldberg-Variationen, in einer Fassung für Streichtrio? Kann das gutgehen? Es ging gut. Die Bearbeitung durch den russischen Geiger Dimitry Sitkovetsky bietet gegenüber der Originalversion eine größere Nachvollziehbarkeit der polyphonen Stimmverläufe. Die kunstvolle Gesamtanlage mit ihren Kanons, Variationen in Tanzrhythmen ihrer Zeit, die das Thema oft nur von ferne noch nachklingen lassen, verliert in dieser Fassung nichts von ihrer Geschlossenheit. Das Echnaton Trio erhebt mit seiner Wiedergabe wohl keinen Anspruch auf authentische Aufführungspraxis, so wohldosiert das Vibrato auch war. Das Bestreben war offenkundig, den Vortrag, der durch Verzicht auf manche Wiederholung klugerweise auf eine knappe Stunde bemessen war, klanglich so abwechslungsreich wie möglich zu gestalten und auf diese Weise den besonderen Charakter einer jeden Variation herauszuarbeiten. Eine insgesamt sehr überzeugende Interpretation. Danach erübrigte sich jede Zugabe.

AZ/AN vom 04.11.2008

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