Sinfoniekonzert der Hochschule für Musik und Tanz Köln - Aachen / Wuppertal (HfMT)

Große Meister!
Benefizkonzert

Datum:

Ort: Krönungssaal im Rathaus

Sinfonieorchester der Hochschule für Musik und Tanz Köln, Standorte Aachen und Wuppertal

Leitung: Prof. Herbert Görtz

Solist: Kornelia Briese (Violoncello)

Foto Kornelia Briese
Kornelia Briese

Programm

Wagner
Meistersinger Vorspiel 1. Aufzug

Dvorak
Konzert für Violoncello und Orchester

Brahms
1. Sinfonie

Kritik

Energische Einsätze, aber alles mit einem Lachen im Gesicht

Hochschulorchester der Standorte Aachen und Wuppertal der Hochschule für Musik und Tanz Köln spielt Werke von Dvoràk, Wagner und Brahms

Von Eva Onkels

Aachen. Als Cornelia Brieses Finger über das Griffbrett des Violoncellos tanzen, ist von den technischen Anforderungen von Antonin Dvoráks „Konzert h-Moll für Violoncello und Orchester“, op. 104, nicht viel zu merken. Nur ab und an kann man ihr ansehen, wie herausfordernd das vielleicht bekanntest Konzert für Cello ist, auch für das gemeinsame Zusammenspiel mit dem Hochschulorchester der Standorte Aachen und Wuppertal der Hochschule für Musik und Tanz Köln.

Der Krönungssaal war sehr gut besucht, jedoch blieben einige Plätze am Rand des Saals wegen der Akustik leer. Stattdessen standen einige Besucher an den Türen. Unter der Leitung von Professor Herbert Görtz spielte das Orchester ein gut durchdachtes und gut hörbares Programm von fast zweieinhalbstündiger Dauer.

Eröffnet wurde mit Wagners Ouvertüre zur Oper „Die Meistersinger von Nürnberg“. Der satte Blechbläserklang passte hervorragend in den Krönungssaal. Das folgende Cello-Konzert litt allerdings etwas unter der Akustik des Saals, denn manche Passagen blieben leider undeutlich, da sich der Klang gerade im hinteren Bereich des Saals sehr stark durchmischte. Allgemein scheint präziser Klang, auch im Pizzicato der Streicher, eher zu leiden, als voluminöser, opulenter Orchesterklang.

Davon hat Dvoráks Stück jedoch auch viel zu bieten. Ebenso wie in seiner Sinfonie „Aus der neuen Welt“, erklingen auch im Cello-Konzert epische Motive und Themen an, die auch durch die Instrumentengruppen gehen – immer verbunden über das Solocello. Cornelia Briese, 1987 in Paderborn geboren, bewies, dass sie die hohen technischen Anforderungen, die das Stück an einen Cellisten stellt, meistern kann. Auch heute noch spielen viele bedeutende Solisten das Werk mit Abwandlungen in den schwierigen Passagen. Zurecht gab es langen, anhaltenden Applaus für die Solistin und das Orchester.

Auch mit der „Sinfonie Nr. 1 c-Moll“ von Johannes Brahms blieb man dem 19. Jahrhundert treu. Dramatische Zuspitzungen auf die musikalischen Höhepunkten prägten den ersten Satz. Besonders auffällig im zweiten Satz: Die überragende Leistung der ersten Oboe und des Konzertmeisters. Präzise und geübt spielten die jungen Musiker die Solopassagen. Fulminant das Finale der ersten Sinfonie Brahms‘, für die er ganze 14 Jahre gebraucht hat.

Mimik und Gestik

Auch Herbert Görtz war anzumerken, dass er Spaß bei dem Konzert hatte. Mimik und Gestik waren für das Publikum gut lesbar, die Einsätze an die einzelnen InstrumentGruppen energisch – aber mit einem Lachen im Gesicht.

Der Applaus für die Musikerinnen und Musiker des Hochschulorchesters war bis auf die Straße vor dem Rathaus deutlich hörbar. Ein verdienter und langer Applaus für eine hervorragende Leistung von allen Seiten.

AZ/AN vom 12.11.2013

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