Quatuor Ysaye (Streichquartett)

1. Abo-Konzert

Datum:

Ort: Krönungssaal im Rathaus

Foto Quatuor Ysaye
Quatuor Ysaye

Künstler

Guillaume Sutre (Violine)
Luc-Marie Aguera (Violine)
Miguel da Silva (Viola)
Yovan Markovitch (Violoncello)

Ysaye Quartett - führendes französisches Streichquartett!

Das Ensemble wurde 1984 von Studenten des Pariser Konservatoriums gegründet und hat sich seither durch eine rege Konzerttätigkeit in der ganzen Welt, durch eine Reihe von Auszeichnungen sowie durch zahlreiche CD-Produktionen großes Renommee erworben. Benannt ist es nach dem belgischen Violinisten, Komponisten und Quartettspieler Eugène Ysaÿe (1858-1931), dessen musikalische Ausstrahlung über seine Epoche hinaus noch die heutige Generation beeinflusst.

Programm

Joseph Haydn
Streichquartett D-Dur op. 76 Nr. 5

Franz Schubert
Streichquartett a-Moll op. 29 D 804 "Rosamunde"

Claude Debussy
Streichquartett g-Moll op. 10

Kritik

Die Klänge leuchten in unendlich vielen Farben

Brillant: Das französische Ysaye Quartett eröffnet die neue Konzertsaison von Accordate im Krönungssaal des Aachener Rathauses

Von Thomas Beaujean

Aachen. Volles Haus bei der Eröffnung der neuen Saison der Kammermusikreihe Accordate im Krönungssaal des Aachener Rathauses: Rund 600 Zuhörer wollten das französische Ysaye Quartett mit Guillaume Sutre, Luc-Marie Aguera, Miguel da Silva und Yovan Markowitch hören, darunter der Präsident des Deutschen Musikrates, Martin Maria Krüger, der eine Zusammenarbeit des Musikrates mit Accordate in Form von Konzerten mit jungen Preisträgern des Wettbewerbs des Deutschen Musikrates ankündigte.

Die Franzosen waren mit einem abwechslungsreichen und gehaltvollen Programm angereist, das Quartette von Haydn, Schubert und Debussy enthielt. Tonschön und mit transparentem Klangbild geriet die Wiedergabe von Joseph Haydns Quartett D-Dur op. 76/5, die klangliche Eleganz mit Konventionalität bei der Phrasierung verband. Errungenschaften einer historisierenden Aufführungspraxis fanden hier keinen Platz.

Franz Schuberts liedhaft-melodiöse Themen im Quartett a-Moll „Rosamunde“ spielten die Franzosen mit großer tonlicher Innigkeit und Zartheit, fanden aber auch adäquate Klänge für die dramatischen Einbrüche und die beklemmende Fahlheit vor allem im Finale. Höhepunkte bei Schubert wie auch schon bei Haydn waren die wundervoll ausgespielten langsamen Sätze. Die Vollkommenheit des Zusammenspiels wurde bisweilen ein wenig beeinträchtigt durch kleine rhythmische Ungenauigkeiten des Primarius, der bei bestimmten rhythmischen Kon-stellationen eine gewisse Hast an den Tag legte.

Spieltechnische Einschränkungen dieser Art waren völlig verflogen bei der Wiedergabe von Debussys einzigem Streichquartett, das eine vollkommene, in unendlich vielen Farben leuchtende, ungemein differenzierte Wiedergabe fand, die mit Klängen von geradezu orchestraler Wirkung bis zu feinstem Verhauchen aufwartete. Das war allerhöchste Quartettkunst. Ein virtuoser Prestosatz von Haydn als Zugabe beschloss ein begeistert aufgenommenes Konzert.

AZ/AN vom 17.11.2009

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