PentAnemos (Bläserquintett)

Zauberstücke
Jugend-Gala

Datum:

Ort: Krönungssaal im Rathaus

Foto PentAnemos
PentAnemos

Programm

Mozart
Ouvertüre zu "Die Zauberflöte"

Nielsen
Quintett e-Moll op. 43

Danzi
Quintett g-Moll op. 56 Nr. 2

Escaich
Trois istants fugitifs

Berio
Opus Number Zoo

Kritik

Leicht, gewichtig, virtuos, witzig

Überaus anregend: Accordate-Konzert mit dem Bläserquintett PentAnemos

Von Alfred Beaujean

Aachen. Bläser-Kammermusik ist gemeinhin mit dem Odium des Serenadenhaft-Leichten behaftet. Lag es daran, dass das Accordate-Sonderkonzert im Krönungssaal des Aachener Rathauses diesmal mit bescheidenerem Zuspruch als sonst auskommen musste? Dass das Vorurteil gegenstandslos ist, bewies dieser überaus anregende Abend mit dem PentAnemos-Bläserquintett.

Die fünf jungen Musiker – Hanna Petermann (Flöte), Claudia Sautter (Klarinette), Susanne von Hayn (Fagott), Dirk Kammeter (Oboe) und Christian Loferer (Horn), alle an ersten Pulten in verschiedenen deutschen Orchestern sitzend – bilden nicht nur ein technisch absolut perfektes Ensemble, sie warten auch mit gestalterischer Fantasie auf. Das ließ die so bunte wie gewichtige Programmfolge erkennen. Tribut an das Konventionell-Serenadenhafte zahlten sie nur mit dem Quintett g-moll von Franz Danzi, dem sie nichts an Spielfreude schuldig blieben.

Das bedeutendste Werk des Abends stammte von dem bei uns sträflich vernachlässigten dänischen Symphoniker Carl Nielsen. Sein E-moll-Quintett ist ein ausladender Dreisätzer, der Nielsens unverwechselbare Sprache in jedem Takt ausprägt. Vor allem der abschließende Variationensatz, der jedem der fünf Instrumente virtuos-solistische Entfaltung gönnt, erinnert an das Finale seiner Sechsten Symphonie. Der kunstvolle Bläsersatz war beim PentAnemos-Quintett in besten Händen, was Prägnanz der Details wie klangliche Differenziertheit angeht. Letztere feierte wahre Triumphe in der bestechenden Wiedergabe der „Trois instants fugitifs“ des Franzosen Thierry Escaich. Wie die Fünf die vertrackte rhythmische Polyphonie meisterten, einander die motivischen Bälle zuwerfend, die klanglichen Härten auskosteten, das war umwerfend. Etwas zahmer ging es beim „Opus Number Zoo“ von Luciano Berio zu, witzigen Miniaturen über Tiergedichte, bei deren Wiedergabe die Musiker auch als temperamentvolle Sprecher fungierten. Vergessen wir nicht die bravourös hingelegte „Zauberflöten“-Ouvertüre als Bläser-Arrangement. Herzlicher, reicher Beifall.

AZ/AN vom 15.11.2011

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