Mihaela Martin (Violine), Frans Helmerson (Violoncello), Ilja Scheps (Klavier)

Russische Seele
1. Abo-Konzert
Offizielles Festprogramm der Stadt Aachen: 20 Jahre Wiedervereinigung Deutschlands

Datum:

Ort: Krönungssaal im Rathaus

Foto Mihaela Martin & Frans Helmerson
Mihaela Martin & Frans Helmerson
Foto Ilja Scheps
Ilja Scheps

Künstler

Mihaela Martin (Violine)
Frans Helmerson (Violoncello)

Ilja Scheps (Klavier)

Erleben Sie die klangliche Pracht russischer Musik und auch die Freude, osteuropäische Künstler und ihre Musik ohne Behinderungen hören zu können.

Programm

Sergej Prokofieff

Dmitri Schostakowitsch

Peter I. Tschaikowski

Kritik

Vom ersten bis zum letzten Ton fesselnd

Eröffnungskonzert der Accordate-Reihe besticht mit wunderschöner Musik

Von Thomas Beaujean

Aachen. Es war ungewohnte Kost, die dem Publikum im wieder einmal prallvollen Krönungssaal beim Eröffnungskonzert der neuen Saison der Kammerkonzertreihe Accordate serviert wurde. „Russische Seele“ war das Motto des Abends, für die die Komponistennamen Dmitri Schostakowitsch, Sergej Prokofieff und Peter Tschaikowski standen. Von den drei Interpreten war allerdings nur einer Russe, der Pianist Ilja Scheps, Professor an der hiesigen Musikhochschule, während die rumänische Geigerin Mihaela Martin und der schwedische Cellist Frans Helmerson Professoren am Mutterhaus Köln sind.

Die drei erwiesen sich als exquisite Kammermusikformation bei Tschaikowskis einzigem Klaviertrio, das zugleich sein bedeutendstes Kammermusikwerk darstellt. Ein großer Klagegesang auf den Tod seines Freundes und Förderers Nikolai Rubinstein, dessen lamentohafter Beginn, eine großangelegte Cello-Kantilene, gleich in die Stimmung des ganzen Werkes einführt.

Höchst intensive Wiedergabe

Es kam zu einer höchst intensiven, kammermusikalisch fein austarierten Wiedergabe, wobei Ilja Scheps die Probleme der Klangbalance zwischen Klavier und Streichern vorbildlich löste. Warum die drei die Fugenvariation im zweiten Satz unterschlugen, bleibt freilich ihr Geheimnis. Ansonsten eine Aufführung, die vom ersten Ton bis zum verklingenden Trauermarsch fesselte und unter die Haut ging.

Im ersten Konzertteil waren zwei Sonaten zu hören: Schostakowitschs Cellosonate d-Moll und Prokofieffs zweite Violinsonate D-Dur, beides Standardwerke der Kammermusik des 20. Jahrhunderts. Frans Helmerson verströmte in den ausladenden melodischen Kantilenen der noch in der Spätromantik verhafteten Cellosonate die ganze Schönheit seines wundervollen Tons, während Mihaela Martin Prokofieffs Sonate die makellose Eleganz ihres superben Geigenspiels angedeihen ließ. Beiden war Ilja Scheps ein immer auf perfekte Klangbalance bedachter kammermusikalischer Partner. Als Zugabe wiederholten die drei am Ende die Walzervariation aus dem Tschaikowski-Trio.

AZ/AN vom 05.10.2010

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