Marika Bournaki (Klavier)

Preisträgerkonzert der internationalen jungen Elite

Datum:

Ort: St. Michael

Foto Marika Bournaki
Marika Bournaki

Künstler

Marika Bournaki (18, Klavier)

Sie ist Preisträgerin großer internationaler Wettbewerbe. Sie durfte auf einem Steinway von Glenn Gould spielen, sie konzertierte erstmals schon als 11-Jährige in der Carnegie Hall in New York und begeisterte dort letztes Jahr mit einem eigenen Recital ihr Publikum vor ausverkauftem Saal.

Erleben Sie Marika Bournaki nun in Aachen.
Man spricht von einer großen Karriere!

Programm

Johann Sebastian Bach
Toccata e-Moll BWV 914

Robert Schumann
Faschingschwank aus Wien, op. 26

Frédéric Chopin
Klaviersonate Nr. 2 b-Moll op. 35

Ludwig van Beethoven
Klaviers No. 23 f-Moll, op.57 "Appassionata"

Franz Liszt
Rhapsodie espagnole für Klavier, LW A195

Kritik

Erstaunlich reif in der Gestaltung

Die junge Pianistin Marika Bournaki überzeugt beim Accordate-Konzert

Von Thomas Beaujean

Aachen. Klopfgeräusche eines Handwerkermarktes würden sicherlich gestandenere Pianisten als die 18-jährige Marika Bournaki aus dem rhythmischen Konzept bringen. Deshalb war das „Preisträgerkonzert“ im Rahmen der Accordate-Kammerkonzerte vom Krönungssaal des Aachener Rathauses in die Kirche St. Michael verlegt worden.

Dass ein Klavierabend selbst in einem akustisch ansonsten günstigen Kirchenraum seine eigene klangliche Problematik haben würde, lag auf der Hand. So klang manches Fortissimo brachialer, mancher Diskantton klirrender, manche Kantilene härter, als dies in einem normalen Konzertraum geklungen hätte. Zumal die gebürtige Kanadierin sich durch die ungewohnte Akustik nicht davon abhalten ließ, ihre dynamische Palette voll auszureizen. Dabei präsentierte sie sich mit einem Programm, das jedem arrivierten Klavierstar zur Ehre gereicht hätte. Bei aller Bewunderung für die spieltechnische Versiertheit der Pianistin erstaunte noch mehr die gestalterische Reife, die ihre Interpretationen auf eine Ebene von beachtlicher künstlerischer Gültigkeit hob.

Leuchtende Kantilene

Daran ließ schon die Wiedergabe von Bachs e-moll-Toccata keinen Zweifel, deren fantasieartige Teile sie frei im Tempo nahm, um dann die abschließende Fuge mit der rhythmischen Präzision eines Uhrwerks ablaufen zu lassen. In Schumanns Faschingsschwank überzeugten die scharfen Kontraste von leuchtend klingender Kantilene und rhythmisch scharf konturierten Teilen. Feinste Klangpoesie zeigte sie in der Romanze, die sie am Ende des Konzertes als Zugabe wiederholte. Chopins Anforderungen an die Virtuosität blieb sie bei der Wiedergabe der b-Moll-Sonate nichts schuldig. Eine Darstellung, in der die höchst unterschiedlichen Ausdrucksebenen wie das Pathos des Trauermarsches und das rasend-huschende Finale gleich überzeugend realisiert wurden. Scharfe dynamische Kontraste prägten auch die Wiedergabe von Beethovens f-moll-Sonate „Appassionata“, die eine sehr persönliche Handschrift zeigte. Die Kombination von physischer Kraft und genauer klanglicher Abstufung fand vor allem im Falle der durchlaufenden Sechszehntel-Passagen im Finale ihre gelungenste Ausprägung.

Zum Schluss dann Liszts Rhapsodie Espagnole in einer Darstellung, die das Publikum buchstäblich von den Sitzen riss.

AZ/AN vom 08.09.2009

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