Ma'alot (Bläserquintett)

2. Abo-Konzert

Datum:

Ort: Krönungssaal im Rathaus

Foto Ma'alot
Ma'alot

Künstler

Volker Tessmann (Fagott)
Ulf-Guido Schäfer (Klarinette)
Stephanie Winker (Flöte)
Volker Grewel (Horn)
Christian Wetzel (Oboe)

Das Ma'alot Quintett gehört seit seiner Gründung im Jahre 1986 international zu den führenden Kammermusikensembles.

Programm

Anton Reicha (1770-1836)
Quintett Nr. 25 F-Dur (1811)

Astor Piazzolla (1921-1992)
Histoire du Tango
(bearbeitet von Ulf-Guido Schäfer)

Ludwig van Beethoven (1770-1827)
Harmoniemusik zu Egmont
(bearbeitet von Ulf-Guido Schäfer)

Claude Paul Taffanel (1844-1908)
Bläserquintett g-Moll

Kritik

Vital und spielfreudig sprühende Funken aus den Noten geschlagen

Bläserquintett Ma'alot glänzt im sehr gut besetzten Krönungssaal beim Accordate-Konzert. Virtuos und klanglich brillant gespielt.

Von Thomas Beaujean

Aachen. Die Gewölbejoche des Krönungssaales im Aachener Rathaus unmittelbar über der Bühne erstrahlten in einem ungewohnten, warmen, orangefarbenen Licht beim zweiten Konzert der neuen Kammermusikreihe "Accordate", die eine erstaunlich schnelle Akzeptanz beim Publikum gefunden hat. Unter den Zuhörern im sehr gut besetzten Saal war auch eine komplette Klasse von Schülern der Domsingschule. Ein Hinweis auf die gezielte Förderung von Kindern und Jugendlichen, die sich die Verantwortlichen des Fördervereins auf ihre Fahnen geschrieben haben.

Der Fürsprache des Schirmherrn der Reihe, Generalmusikdirektor Marcus R. Bosch, war die Begegnung mit dem Bläserquintett Ma'alot zu verdanken, dessen Mitglieder Stephanie Winker (Flöte), Christian Wetzel (Oboe), Ulf-Guido Schäfer (Klarinette), Volker Grewel (Horn) und Volker Tessmann (Fagott) Positionen in bedeutenden deutschen Orchestern innehaben oder an Musikhochschulen lehren. Auch wer kein bekennender Freund reiner Bläsermusik ist, musste vor der Spiellaune, dem Temperament und der Perfektion dieses Ensembles sämtliche Vorbehalte schnell beiseite räumen.

Das einleitende Quintett des Beethoven-Freundes Anton Reicha gehört sicherlich nicht zu den spannendsten Schöpfungen der Musikliteratur. Wenn es aber mit einer solchen Vitalität, Spielfreude, klanglichen Differenzierung und tonlichen Qualität geboten wird, dann sind auch aus einem solchen Werk reichlich Funken zu schlagen. Letzteres war sicherlich bei der Bearbeitung von Astor Piazzollas "Histoire du Tango" durch Ulf-Guido Schäfer leichter, dem die Übertragung von der Originalbesetzung Flöte und Gitarre auf eine Bläserquintettfassung überzeugend gelungen ist. Das Publikum wurde mitgerissen von der rhythmischen Verve, der Virtuosität und klanglichen Brillanz dieser Wiedergabe, die auch die unterschiedlichen Ausdrucksvaleurs punktgenau traf. Auf gleichmäßig hohem Interpretationsniveau bewegten sich auch die Aufführungen von Beethovens Bühnenmusik zu Goethes Egmont, ebenfalls in einer gelungenen Bearbeitung durch Ulf-Guido Schäfer, und das Bläserquartett g-Moll des französischen Romantikers Claude Paul Taffanel. Wie sich hier die individuelle Klasse der einzelnen Musiker zu einem wunderbar homogenen Gesamtklang formte, das war vorbildlich. Mitreißend auch die Zugabe: György Ligetis erste von sechs Bagatellen für Bläserquintett.

AZ/AN vom 19.02.2008

Zurück