Klenke Quartett (Streichquartett)

Intime Welten!
3. Abo-Konzert

Datum:

Ort: Krönungssaal im Rathaus

Foto Klenke Quartett
Klenke Quartett

Programm

Mozart
KV 421

Schmidinger
Zyklen für Streichquartett

Schumann
op. 41 Nr. 1

Kritik

Traumhaft sichere Frauenpower

Das Klenke Quartett spielt Mozart, Schumann und Schmidinger bei Accordate

Von Thomas Beaujean

Aachen. Frauenpower war angesagt im dritten Konzert der Kammermusikreihe Accordate im wieder einmal nahezu ausverkauften Krönungsaal. Das Klenke Quartett mit Annegret Klenke und Beate Hartmann, Violine, Yvonne Uhlemann, Viola, und Ruth Kaltenhäuser, Violoncello, ist kein Nobody in der reich gespickten Szene der jüngeren Quartettformationen. Zahlreiche, zum Teil preisgekrönte CD-Einspielungen zeugen vom internationalen Renommee des Ensembles. In Aachen traten sie an mit einem Programm, das zwischen Quartette von Mozart und Schumann ein Werk des Zeitgenossen Helmut Schmidinger stellte.

Der Österreicher Schmidinger schrieb seine „Zyklen“ für Streichquartett in den Jahren 2008/2009 in Anlehnung an Quartettzyklen Mozarts, auf die das Werk Bezug nimmt. Die Inspirationsquelle Mozart ist allerdings angesichts der rhythmisch geprägten Ostinato-Struktur der fünf Sätze kaum auszumachen. Das wegen seines motorischen Impetus gut anzuhörende, kurzweilige Stück fand in den vier Damen des Klenke Quartetts äußerst engagierte, die explosive Rhythmik der Ostinati mit größter Intensität und Präzision herausmeißelnde Interpretinnen, die die nicht allzu große musikalische Substanz der Stücke mit Bravour überspielten.

Eingangs hatten die vier Mozarts Quartett d-Moll KV 421 in einer mustergültigen, klanglich wunderbar ausgewogenen Weise musiziert. Das Werk, das Mozart neben dem Kindbett seiner Frau Konstanze bei der Geburt des ersten Sohnes geschrieben haben soll, ist geprägt von bei Mozart selten schroffer Dramatik, Seufzern und Aufschreien, die den Gehalt der biografischen Legende zu bestätigen scheinen. Die Wiedergabe des formal am Vorbild Haydn orientierten Werkes war gekennzeichnet von großer Innenspannung, genau kalkuliertem Vibrato und klanglicher Ausgewogenheit.

Zum Schluss Robert Schumanns erstes von den drei Streichquartetten op. 41 aus dem „Kammermusikjahr“ 1842. Auch hier faszinierte die Homogenität und das traumhaft sichere Zusammenspiel der Musikerinnen, die den liedhaften Duktus des Werks ebenso wie den an Mendelssohn erinnernden Elfenspuk des Scherzos vorbildlich herausarbeiteten. Die schlichte und damit um so berührendere Zugabe: eine Bearbeitung des Vokalsatzes „Wirf dein Anliegen auf den Herrn“ aus Felix Mendelssohn-Bartholdys Oratorium „Elias“.

AZ/AN vom 06.03.2016

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