Gewandhaus Brass Quintett (Blechbläserquintett)

Die ganze Welt tanzt...
3. Abo-Konzert

Datum:

Ort: Krönungssaal im Rathaus

Foto Gewandhaus Brass Quintett
Gewandhaus Brass Quintett

Programm

Koetsier
Kleiner Zirkusmarsch op. 79 a

Praetorius
Dances of Terpsichore

Albeniz
aus Espana op. 165

Bernstein
Dance Suite

Grieg
aus Peer Gynt

Dukas
Fanfare La Peri

Crespo
aus Suite Americana No. 1

Horovitz
Music Hall Suite

Rodriguez
La Cumparsita

Kritik

Locker, leicht und höchst präzise

Accordate-Konzert mit Gewandhaus-Blechbläsern

Von Thomas Beaujean

Aachen. Blechbläserensembles in der kammermusikalischen Besetzung mit zwei Trompeten, Horn, Posaune und Tuba erfreuen sich einer immer größeren Beliebtheit. Grund genug für die künstlerische Leitung der Aachener Kammermusikreihe Accordate, die sich ohnehin eine größere stilistische und programmatische Bandbreite auf die Fahnen geschrieben hat, mit dem Gewandhaus Brass Quintett eines dieser Ensembles im Krönungssaal des Rathauses vorzustellen.

Die fünf Bläser des renommierten Gewandhausorchesters Leipzig hatten aus der Not mangelnder substanzvoller Originalliteratur eine Tugend gemacht und den Programmschwerpunkt auf zeitgenössische Suitensätze gelegt. „Die ganze Welt tanzt“ war denn auch das Motto dieses Konzertes mit Komponistennamen wie Leonard Bernstein, Enrique Crespo und Joseph Horovitz, die alle mit mehreren Sätzen aus Suiten vertreten waren. Dazu kamen kurze Einzelwerke von Jan Koetsier und Paul Dukas, allesamt Originalwerke für diese Bläserbesetzung. Mehr oder weniger gelungene Bearbeitungen gab es bei einer Tanzfolge aus „Terpsichore“ des Renaissancemeisters Michael Praetorius, drei Sätzen aus der Klaviersuite „Espana“ von Isaac Albeniz, zwei Sätzen aus der Peer-Gynt-Suite von Edward Grieg und dem unverwüstlichen Tango „La Cumparsita“ von Gerardo Matos Rodriguez.

Lukas Beno und Peter Wettemann, Trompete, Jan Wessely, Horn, Otmar Strobel, Posaune und David Cribb, Tuba, verstanden es glänzend, die pointierten und zum Teil jazzigen Rhythmen der verschiedenen Tanzsätze mit größter Präzision im Zusammenspiel zu präsentieren. Die dynamische Klangskala reichte vom weichen Piano bis zum schmetternden Forte, das Klangbild war immer ausgeglichen. Sogar die Tuba als größtenteils schlank geführtes Bassfundament ließ sich problemlos in den runden Gesamtklang einbinden.

Ein leichtgewichtiges Programm, dessen interessantester Punkt sicherlich die Suite von Bernstein war, wurde locker und scheinbar mühelos serviert. Beim Aachener Publikum kam es blendend an.

AZ/AN vom 30.04.2013

Zurück