Frank Peter Zimmermann (Violine), Martin Helmchen (Klavier)

Beethoven!
Gala

Datum:

Ort: Krönungssaal im Rathaus

Foto Frank Peter Zimmermann
Frank Peter Zimmermann © Zimmermann
Foto Martin Helmchen
Martin Helmchen © Giorgia Bertazzi

Künstler

Ludwig van Beethoven – Frank-Peter Zimmermann – Martin Helmchen: Mehr Worte zur Ankündigung bedarf es eigentlich nicht. Über dieses sensationelle Engagement freuen wir uns ganz besonders.

Accordate ist stolz, in einem GALA-Sonderkonzert außerhalb des Abonnements einen der größten Geiger unserer Zeit, einen Künstler der absoluten Weltspitze, gemeinsam mit einem der faszinierendsten Pianisten der jüngeren Generation in Aachen präsentieren zu können.

Programm

Beethoven, Sonaten für Klavier und Violine

Nr. 1 in D-Dur op. 12/1
Nr. 2 in A-Dur op. 12/2
Nr. 3 in Es-Dur op. 12/3

*

Nr. 4 in a-Moll op. 23
Nr. 10 in G-Dur op. 96

Kritik

Ohne Mätzchen

Accordate-Konzert in Aachen mit Weltklasseniveau

Von Thomas Beaujean

Aachen. Es war persönlichen Beziehungen zu verdanken, dass es den Organisatoren der Kammermusikreihe Accordate gelungen ist, einen Weltstar wie den Geiger Frank Peter Zimmermann mit Klavierpartner Martin Helmchen für ein Gala-Sonderkonzert im Krönungssaal zu engagieren. Die Aachener Musikfreunde, die ansonsten zu den großen internationalen Konzertsälen fahren müssen, um diese beiden Künstler zu hören, füllten denn auch den Krönungssaal bis auf den letzten Platz.

Perfekte Harmonie

Zimmermann und Helmchen boten ein Programm mit fünf der zehn Violinsonaten von Ludwig van Beethoven, die bis auf die letzte op.96 in einem relativ kurzen Zeitraum von sechs Jahren entstanden und exemplarisch die künstlerische Entwicklung des Komponisten aufzeigen. Sind die drei ersten von op. 12 noch relativ der Tradition mit einem dominierenden Klavierpart verpflichtet, wenngleich sich auch hier schon Beethovens höchst individueller Stil Bahn bricht, so erreicht Beethoven in den späteren, hier der vierten op. 23 und erst recht in der zehnten. op. 96 eine völlige Ausgewogenheit und Gleichberechtigung der beiden Partner. Zu hören war an diesem denkwürdigen Abend Kammermusik auf allerhöchstem Niveau, die nicht nur spieltechnisch keine Wünsche offen ließ, sondern auch ein wunderbares, genauestens aufeinander abgestimmtes Miteinander offenbarte.

Zimmermann ist ein völlig uneitler, bodenständiger Künstler, dem jede interpretatorische Allüre fremd ist. Er hat keinerlei Ambitionen in Richtung historisch orientierte Aufführungspraxis, muss auch nicht durch aufgesetzte tonliche und interpretatorische „Mätzchen“ demonstrieren, welch „moderner“ Komponist Beethoven doch war. Sein wunderbar biegsamer Ton, seine organisch wirkenden klanglichen Abschattierungen, die Natürlichkeit seines Vortrags erwecken den Eindruck, dass es so und nicht anders klingen muss. Helmchen ist ein gleichwertiger, technisch äußerst versierter Partner am Klavier, der eigene Akzente setzt, ohne sich in den Vordergrund zu spielen.

Allerdings gab es Probleme mit der Klangbalance, wenn Helmchen an exponierten Stellen seinem interpretatorischen Impetus freien Lauf ließ. Vielleicht ist dies auch ein Problem der Akustik des Krönungssaales. Das völlig begeisterte Publikum entließ die beiden nicht ohne Zugabe: dem bewegend schön gespielten langsamen Satz aus der dritten Violinsonate von Johannes Brahms.

AZ/AN vom 12.03.2019

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