Christoph Prégardien (Tenor) & Ulrich Eisenlohr (Klavier)

2. Abo-Konzert

Datum:

Ort: Krönungssaal im Rathaus

Foto Christoph Prégardien
Christoph Prégardien (© rosa-frank.com)

Künstler

Christoph Prégardien (Tenor)
Ulrich Eisenlohr (Klavier)

Christoph Prégardien ist ein Begriff. Er ist einer der herausragenden lyrischen Tenöre unserer Zeit!

Sein internationales Renommee belegen schillernde Namen von großen Dirigenten und großen Orchestern, mit denen Christoph Prégardien auftritt: Barenboim, Chailly, Gardiner, Harnoncourt, Herreweghe, Luisi, Metzmacher, Nagano, Sawallisch; Berliner und Wiener Philharmoniker, Symphonieorchester des Bayerischen Rundfunks, Concertgebouworkest Amsterdam, Dresdener Staatskapelle, Gewandhausorchester Leipzig, Philharmonia Orchestra London, Philharmonie de Radio France, dem Montréal-, Boston-, St. Louis- und dem San Francisco-Symphony Orchestra.

Ulrich Eisenlohr (Klavier) spezialisierte sich auf Liedbegleitung und Kammermusik und begann seine umfangreiche Konzerttätigkeit mit zahlreichen Gesangs- und Instrumentalpartnern in Europa, Amerika und Japan, mit Auftritten im Wiener Musikverein und Konzerthaus, bei den Berliner Festwochen, im Kulturzentrum Gasteig/München, beim Schleswig-Holstein-Musikfestival, den Frankfurter Festen, dem Edingburgh Festival, den Ludwigsburger Festspielen, dem Europäischen Musikfest Stuttgart, im Concertgebouw Amsterdam, bei den Beethovenfesten Bonn u.v.a.

Programm

Robert Schumann
Dichterliebe op. 48

Franz Schubert
Neun Lieder nach Gedichten von Ernst Schulze (1789 bis 1817)

Kritik

Verlassener Liebhaber lässt den Gefühlen freien Lauf

Liederabend mit Christoph Prégardien im ausverkauften Accordate-Konzert geht unter die Haut. Lyrik aus der Melodie gewonnen.

Von Alfred Beaujean

Aachen. Der Musikfreund muss sein Gedächtnis strapazieren, wenn er sich an den letzten in Aachen stattgefundenen Liederabend von Rang erinnern will. Was einst zum lebendigen Musikleben gehörte, ist leider Rarität geworden. Umso erfreulicher, dass es den „Accordate“-Aktiven gelang, mit Christoph Prégardien den neben Thomas Quasthoff heute hervorragendsten deutschen Liedgestalter nach Aachen zu holen. Und noch erfreulicher, dass fast 800 Musikbegeisterte den Krönungssaal des Rathauses bis auf den letzten Platz füllten.

Prégardien stellte neun wenig bekannte Lieder Schuberts nach Gedichten von Ernst Schulze Schumanns „Dichterliebe“ nach Heinrich Heine gegenüber, wobei die Schubert-Lieder sich zu einer Art Zyklus formten: hier wie dort das ewig-romantische Thema des verlassenen Liebhabers. Aber welcher Unterschied: bei Schubert-Schulze die Unmittelbarkeit der Aussage, bei Schumann-Heine die zwiespältige Gebrochenheit, wie sie für die Persönlichkeit des Komponisten wie des Dichters bezeichnend war.

Sehr einfühlsam

Prégardien geht dem mit unheimlicher Einfühlsamkeit nach, sein heller, makellos geführter Tenor durchmisst das ganze Spektrum lyrischer Ausdruckskunst, ohne dabei zu aufgesetzten oder deklamatorischen Mitteln zu greifen. Alles, die zarte Lyrik wie der dramatische Ausbruch, wird aus der strömenden melodischen Linie gewonnen, und das bei größter Textverständlichkeit. Das ist – vor allem bei Schumanm – nie aufdringlich und geht gerade des-halb unter die Haut.

So etwas ist natürlich nur mit einem kongenialen Mitstreiter am Flügel wie Ulrich Eisenlohr zu machen, der insbesondere die reiche Klavierpoesie Schumanns wunderschön aufblühen ließ, soweit das unter den akustischen Gegebenheiten des Krönungssaales möglich ist.

Wobei man einmal mehr die traurige Tatsache konstatieren musste, dass die „Musikstadt“ Aachen für eine Veranstaltung von derart exzeptionellem Rang keinen zulänglichen Raum besitzt. Der Ruf nach dem Haus für Musik darf nicht verstummen.

AZ/AN vom 26.01.2010

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