Albrecht Mayer (Oboe) & Markus Becker (Klavier)

Oboe d’amore
4. Abokonzert

Datum:

Ort: Krönungssaal im Rathaus

Foto Albrecht Mayer
Albrecht Mayer
Foto Markus Becker
Markus Becker

Künstler

Markus Becker (Klavier)

Albrecht Mayer – "die Oboe"

Wenige andere weltweit konzertierende Künstler unserer Zeit stehen so für ihr Instrument wie Albrecht Mayer für die Oboe. Der erste Oboist der Berliner Philharmoniker unter Sir Simon Rattle versteht es wie kein zweiter, durch interessante Programme mit Originalwerken und eigenen Bearbeitungen dem Publikum die ganze Faszination seines Instruments zu vermitteln, das – so sagt man - dem Gesang am nächsten ist. Er wird in Aachen von dem international gefeierten Pianisten Markus Becker begleitet.

Programm

Mozart
Ah se in ciel, benigne stelle, KV 538, Allegro

Grovlez
Sarabande e Allegro (1929)

Debussy
Estampes für Klavier

Cundick
Turnabouts (1964)

Elgar
Soliloquy (1930)

Horovitz
Sonatina op. 3

Haydn
Klaviersonate e-Moll Hob. XVI:34

Schumann
Romanzen für Oboe und Klavier op. 94

Carlo Yvon
Sonate F-Dur für Englischhorn und Klavier f-Moll

Kritik

Im Zauber der edlen Töne

Mitreißend: Das letzte Accordate-Konzert der Saison mit Mayer und Becker

Von Thomas Beaujean

Aachen. Der Saisonabschluss der Aachener Kammerkonzertreihe Accordate brachte noch einmal eine Begegnung mit einem Hochkaräter seiner Zunft: Der Oboist Albrecht Mayer gab sich die Ehre im Krönungssaal des Rathauses, der auch prompt so gut wie ausverkauft war. Mit dem Pianisten Markus Becker hatte Mayer einen Klavierpartner mitgebracht, der weniger bekannt ist, sich aber als ein fulminanter Pianist erwies, der seinem prominenteren Partner auch in gar nichts nachstand.

Wenn man einmal von den ausgesprochen albernen Anmoderationen Mayers absieht, der sich offensichtlich mit der Rolle des Musikers nicht zufriedengeben will, war das eine rundum gelungene und hochwertige Veranstaltung.

Mayer und Becker offerierten ein Programm, das weitgehend originale Literatur für Oboe und Klavier enthielt.

Da das Repertoire dieser Kombination nicht sehr groß ist, begegnete man weitgehend unbekannten Namen: Gabriel Grovlez, Robert Cundick, Joseph Horovitz und, als einziger bekannter, Edward Elgar, waren die Komponisten der Werke für Oboe und Klavier mit Kompositionen, die alle aus dem ersten Drittel des 20. Jahrhunderts stammten: hörenswerte Musik, kurzweilig und sehr originell, dabei spieltechnisch für beide In-strumente auch noch höchst anspruchsvoll.

Die Perfektion des Zusammenspiels der beiden lässt auf eine schon länger währende musikalische Partnerschaft schließen.
Mayer verzauberte mit seinem edlen, singenden, und dabei so biegsamen Oboenton und seiner Fähigkeit, Phrasen wundervoll auszugestalten. Sein Partner Markus Becker steht ihm in Sachen spieltechnischer Souveränität und Sorgfalt der Phrasierung in nichts nach. Als Atempause für Albrecht Mayer spielte er Claude Debussys Estampes mit einer klanglichen Differenzierung, einer Leuchtkraft des Tons und einer Klarheit des Klangbildes, die Debussys Klangkolorit in schönster Weise zur Geltung brachte.

Auf ähnlich hohem Niveau stand seine Wiedergabe der Klaviersonate e-Moll von Joseph Haydn. Eine geradezu vorbildliche Haydn-Interpretation. Eine hochvirtuose Sonate für Englischhorn und Klavier des Italieners Carlo Yvon, die beiden Partnern spieltechnisch nichts schenkte, und eine kleine Schumann-Zugabe bildeten den Abschluss eines mitreißenden Konzertes.

„Hervorragende Stimmung für Kammermusik"

Eine rundum positive Bilanz zieht Accordate-Geschäftsführerin Anna Kusen nach Ablauf der vierten Spielzeit: „Es herrscht eine hervorragende Stimmung für Kammermusik in Aachen.“ Zu den Konzerten im Krönungssaal kamen fast immer über 700 Zuhörer, die Abonnentenzahl musste auf 500 gedeckelt werden, „Wir genießen einen hervorragenden Ruf in Musikerkreisen.“

Die im Herbst beginnende neue Spielzeit steht unter dem Motto „Sturm und Drang“, junge Ensembles werden zu Gast sein. 2012/13 rücken dann die „alten Meister“ in den Mittelpunkt.

Fester Programmpunkt wird im November das Konzert mit jungen Preisträgern des Deutschen Musikwettbewerbs sein.

AZ/AN vom 05.07.2011

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