Julian Steckel & Paul Rivinius
So, 15.01.2012, 18 Uhr
Programm
Bei Männern, welche Liebe fühlen
Beethoven, 12 Variationen über "Ein Mädchen oder Weibchen"
Mendelssohn, Variations concertantes op. 17
Schubert, Arpeggione-Sonate D 821 a-Moll
Beethoven, Variationen über "Bei Männern, welche Liebe fühlen"
Brahms, Sonate für Klavier und Violoncello F-Dur op. 99
Beethoven, 12 Variationen über "Ein Mädchen oder Weibchen"
Mendelssohn, Variations concertantes op. 17
Schubert, Arpeggione-Sonate D 821 a-Moll
Beethoven, Variationen über "Bei Männern, welche Liebe fühlen"
Brahms, Sonate für Klavier und Violoncello F-Dur op. 99
Kritik
Auch Kazem Abdullah klatscht begeistert mit
Absolute Weltklasse: Cellist Julian Steckel und Pianist Paul Rivinius beim Accordate-Konzert in Aachen
Von Thomas Beaujean
Aachen. Im erneut ausverkauften Krönungssaal präsentierte die Kammermusikreihe Accordate mit dem jungen Cellisten Julian Steckel und seinem Klavierpartner Paul Rivinius ein Duo von absoluter Weltklasse, dessen Leistung das Publikum, darunter Aachens designierter Generalmusikdirektor Kazem Abdullah, am Ende mit Standing Ovations quittierte. Angesichts eines so perfekten, völlig schlackenlosen Duospiels konnte man höchstens über einige stilistische Details diskutieren, dies allerdings auf allerhöchstem Niveau.
Drei Variationszyklen und zwei Sonaten standen auf dem Programm: Ludwig van Beethovens Variationen über „Bei Männern, welche Liebe spüren“ und „Ein Mädchen oder Weibchen“, beide Themen aus Mozarts „Zauberflöte“, erklangen in Wiedergaben, die jeder Variation ein Höchstmaß an Eigenprofil verliehen. Angesichts von Steckels äußerst differenzierender Tongebung und einer genau kalkulierten Austarierung des Vibratos konnte sich die Frage stellen, ob hier nicht bei den feinsten Abschattierungen des Guten zu viel geschah.
Bei Felix Mendelssohn-Bartholdys Variations concertantes erschien Steckels Tongebung wärmer und runder. Franz Schuberts Arpeggione-Sonate, geschrieben für ein Instrument, das heute allenfalls noch in Instrumentenmuseen zu bestaunen ist, bietet ein solches Füllhorn an wundervollen Melodien, dass kein Cellist von Rang auf die Adaption für Cello verzichtet, auch wenn sie das Instrument in höchste Höhen führt und den Spieler vor äußerst knifflige Aufgaben stellt. Für Julian Steckel scheint es keine Intonationspro-bleme und spieltechnischen Schwierigkeiten zu geben, gelang doch der Cellopart völlig makellos.
Traumwandlerische Sicherheit
Dass die beiden Musiker ein eingespieltes Team sind, das unterstrich die traumwandlerische Sicherheit im Zusammenspiel und der genauestens ausbalancierte Klang. Den beiden gelang es, den bei aller Musizierfreude latenten Schleier von Melancholie immer durchscheinen zu lassen, am stärksten im bisweilen geradezu erdentrückten langsamen Satz. In der zweiten Cellosonate F-Dur von Johannes Brahms erlebte das Publikum einen beim Hauptthema des Kopfsatzes robust zupackenden Steckel – ein Trend, der sich im Laufe dieser Interpretation fortsetzte. Klangwirkungen von geradezu orchestralem Zuschnitt, blühende und intensive Tongebung des Cellisten und ein absolut ebenbürtiger Klavierpartner sorgten für eine Aufführung wie aus einem Guss. Dem begeisterten Publikum gewährten beide je einen Satz aus Sonaten von Sergej Rachmaninow und Francis Poulenc als Zugaben.
AZ/AN vom 17.01.2012
Von Thomas Beaujean
Aachen. Im erneut ausverkauften Krönungssaal präsentierte die Kammermusikreihe Accordate mit dem jungen Cellisten Julian Steckel und seinem Klavierpartner Paul Rivinius ein Duo von absoluter Weltklasse, dessen Leistung das Publikum, darunter Aachens designierter Generalmusikdirektor Kazem Abdullah, am Ende mit Standing Ovations quittierte. Angesichts eines so perfekten, völlig schlackenlosen Duospiels konnte man höchstens über einige stilistische Details diskutieren, dies allerdings auf allerhöchstem Niveau.
Drei Variationszyklen und zwei Sonaten standen auf dem Programm: Ludwig van Beethovens Variationen über „Bei Männern, welche Liebe spüren“ und „Ein Mädchen oder Weibchen“, beide Themen aus Mozarts „Zauberflöte“, erklangen in Wiedergaben, die jeder Variation ein Höchstmaß an Eigenprofil verliehen. Angesichts von Steckels äußerst differenzierender Tongebung und einer genau kalkulierten Austarierung des Vibratos konnte sich die Frage stellen, ob hier nicht bei den feinsten Abschattierungen des Guten zu viel geschah.
Bei Felix Mendelssohn-Bartholdys Variations concertantes erschien Steckels Tongebung wärmer und runder. Franz Schuberts Arpeggione-Sonate, geschrieben für ein Instrument, das heute allenfalls noch in Instrumentenmuseen zu bestaunen ist, bietet ein solches Füllhorn an wundervollen Melodien, dass kein Cellist von Rang auf die Adaption für Cello verzichtet, auch wenn sie das Instrument in höchste Höhen führt und den Spieler vor äußerst knifflige Aufgaben stellt. Für Julian Steckel scheint es keine Intonationspro-bleme und spieltechnischen Schwierigkeiten zu geben, gelang doch der Cellopart völlig makellos.
Traumwandlerische Sicherheit
Dass die beiden Musiker ein eingespieltes Team sind, das unterstrich die traumwandlerische Sicherheit im Zusammenspiel und der genauestens ausbalancierte Klang. Den beiden gelang es, den bei aller Musizierfreude latenten Schleier von Melancholie immer durchscheinen zu lassen, am stärksten im bisweilen geradezu erdentrückten langsamen Satz. In der zweiten Cellosonate F-Dur von Johannes Brahms erlebte das Publikum einen beim Hauptthema des Kopfsatzes robust zupackenden Steckel – ein Trend, der sich im Laufe dieser Interpretation fortsetzte. Klangwirkungen von geradezu orchestralem Zuschnitt, blühende und intensive Tongebung des Cellisten und ein absolut ebenbürtiger Klavierpartner sorgten für eine Aufführung wie aus einem Guss. Dem begeisterten Publikum gewährten beide je einen Satz aus Sonaten von Sergej Rachmaninow und Francis Poulenc als Zugaben.
AZ/AN vom 17.01.2012