Dorothee Oberlinger
So, 03.05.2009, 18 Uhr
Anita Jehli (Violoncello)
Alexander Pulyaev (Cembalo)
Thomas Boysen (Laute)
2008 erhält Dorothee Oberlinger den ECHO Klassik in der Kategorie "Instrumentalistin des Jahres"; der ECHO Klassik gilt als einer der international renommiertesten Musikpreise.
Dorothee Oberlinger ist eine der erstaunlichsten Entdeckungen der letzten Jahre, eine ausdrucksstarke Virtuosin, die aus bestem Grunde schon in jungen Jahren zahlreiche Auszeichnungen erhalten hat. 1969 in Aachen geboren, gilt sie heute als eine der besten Blockflötistinnen weltweit. Ihre Konzerte werden von Presse und Publikum gleichermaßen begeistert aufgenommen und einhellig mit höchstem Lob bedacht. Ihre CD-Einspielungen werden regelmäßig als beste Neuerscheinungen auf dem Markt gefeiert.
Programm
ALTE MUSIK:
CONCERTO ITALIANO
Arcangelo Corelli (1653-1713)
Sonate C-Dur op. 5,3
Guiseppe Sammartini (1700 oder 1701-1775)
Sonate B-Dur (original F-Dur)
Bernardo Pasquini (1637-1710)
Variazioni capricciose
Signore Detri (Lous Detry, 1. Hälfte 18. Jh.)
Sonate c-Moll
Antonio Vivaldi/Nicolas Chédeville (1778-1741/1705-1782)
Sonate g-Moll op. 13,6 RV 58
Sonate a-Moll RV 44
Arcangelo Corelli (1653-1713)
Sonate d-Moll op. 5,12 "La Follia"
CONCERTO ITALIANO
Arcangelo Corelli (1653-1713)
Sonate C-Dur op. 5,3
Guiseppe Sammartini (1700 oder 1701-1775)
Sonate B-Dur (original F-Dur)
Bernardo Pasquini (1637-1710)
Variazioni capricciose
Signore Detri (Lous Detry, 1. Hälfte 18. Jh.)
Sonate c-Moll
Antonio Vivaldi/Nicolas Chédeville (1778-1741/1705-1782)
Sonate g-Moll op. 13,6 RV 58
Sonate a-Moll RV 44
Arcangelo Corelli (1653-1713)
Sonate d-Moll op. 5,12 "La Follia"
Kritik
Wahre Hexenkünste an den Blockflöten verblüffen die Zuhörer
Dorothee Oberlinger mit ihrem Ensemble beim Accordate-Konzert im Krönungssaal des Aachener Rathauses gefeiert
Von Thomas Beaujean
Aachen. Accordate ist in. Beim Konzert der Blockflötistin Dorothee Oberlinger mit ihrem Ensemble war bei größtmöglicher Bestuhlung keine Karte mehr zu haben. Das ist für eine relativ junge Kammermusikserie sensationell. Die in Aachen gebürtige Dorothee Oberlinger hat inzwischen Weltkarriere gemacht. In ihrer Heimatstadt trat sie jetzt im Krönungssaal des Aachener Rathauses mit einem Programm „Alte Musik – Concerto Italiano“ auf und hatte eine exzellente Continuo-Gruppe mitgebracht: die Cellistin Anita Jehli, den Cembalisten Alexander Pulyaev und den Lautenisten Thomas Boysen.
Durch geschickte und fantasievolle Wechsel in der Continuo-Gruppe, vor allem zwischen Cembalo und Theorbe, wurde ein Maximum an Klangfarben erzielt, das die klangliche Basis für Oberlingers Hexenkünste an den Blockflöten bildete. All dies war auch nötig, um dem Programm mit Bearbeitungen von Sonaten aus dem 18. Jahrhundert von Arcangelo Corelli, Giuseppe Sammartini, Louis Detry und Antonio Vivaldi jenes Leben einzuhauchen, das einen solchen Abend über die Distanz trägt. Die vier Musiker taten dies mit einer hohen stilistischen Kompetenz und absoluter Perfektion im Zusammenspiel.
Mittel- und Glanzpunkt dabei die aparte Dorothee Oberlinger, die ihre Instrumente mit atemberaubender Virtuosität in den schnellen und äußerster tonlicher Variabilität in den langsameren Sätzen spielte.
Eindrucksvoller kann man kaum demonstrieren, dass die Blockflöte zu wesentlich mehr taugt als zu dem Einstiegsinstrument, mit dem Kinder erst mal beginnen, um dann später etwas „Vernünftiges“ zu erlernen. Das ist allerhöchste instrumentale Kunst, bei der nicht nur schnelle Finger gefragt sind, sondern auch eine exzellente Stilkenntnis, eine durch bewusstes Vibrato erzeugte Wandelbarkeit des Tons und eine Vitalität der Körpersprache, die sich auf das Publikum überträgt. Durch extrem kurze Artikulation versuchte die Flötistin, die akustischen Probleme des Krönungssaales abzumildern.
Alexander Pulyaev sorgte mit einem Ricercar von Bernardi Pasquini mit zur Jahreszeit passenden Kuckuck-Rufen und Anita Jehli mit einer Cello-Sonate von Vivaldi für Abwechslung im Gesamtprogramm, beides in hochkarätigen Interpretationen. Nach Corellis „Follia“ zum Schluss, der Thomas C. Boysen auf der Barockgitarre mit einer improvisierten flamencoartigen Einleitung den motorisch-rhythmischen Boden bereitet hatte, auf dem Dorothee Oberlinger mit hinreißender Virtuosität brillierte, gab es vom Publikum Bravos und stehende Ovationen.
Da waren Zugaben zwingend: der Mittelsatz aus dem Concerto C-Dur für Flautino op. 44/1, einer von Vivaldis schönsten langsamen Sätzen, und eine Wiederholung des Schlusses aus Corellis „Follia“.
AZ/AN vom 05.05.2009
Von Thomas Beaujean
Aachen. Accordate ist in. Beim Konzert der Blockflötistin Dorothee Oberlinger mit ihrem Ensemble war bei größtmöglicher Bestuhlung keine Karte mehr zu haben. Das ist für eine relativ junge Kammermusikserie sensationell. Die in Aachen gebürtige Dorothee Oberlinger hat inzwischen Weltkarriere gemacht. In ihrer Heimatstadt trat sie jetzt im Krönungssaal des Aachener Rathauses mit einem Programm „Alte Musik – Concerto Italiano“ auf und hatte eine exzellente Continuo-Gruppe mitgebracht: die Cellistin Anita Jehli, den Cembalisten Alexander Pulyaev und den Lautenisten Thomas Boysen.
Durch geschickte und fantasievolle Wechsel in der Continuo-Gruppe, vor allem zwischen Cembalo und Theorbe, wurde ein Maximum an Klangfarben erzielt, das die klangliche Basis für Oberlingers Hexenkünste an den Blockflöten bildete. All dies war auch nötig, um dem Programm mit Bearbeitungen von Sonaten aus dem 18. Jahrhundert von Arcangelo Corelli, Giuseppe Sammartini, Louis Detry und Antonio Vivaldi jenes Leben einzuhauchen, das einen solchen Abend über die Distanz trägt. Die vier Musiker taten dies mit einer hohen stilistischen Kompetenz und absoluter Perfektion im Zusammenspiel.
Mittel- und Glanzpunkt dabei die aparte Dorothee Oberlinger, die ihre Instrumente mit atemberaubender Virtuosität in den schnellen und äußerster tonlicher Variabilität in den langsameren Sätzen spielte.
Eindrucksvoller kann man kaum demonstrieren, dass die Blockflöte zu wesentlich mehr taugt als zu dem Einstiegsinstrument, mit dem Kinder erst mal beginnen, um dann später etwas „Vernünftiges“ zu erlernen. Das ist allerhöchste instrumentale Kunst, bei der nicht nur schnelle Finger gefragt sind, sondern auch eine exzellente Stilkenntnis, eine durch bewusstes Vibrato erzeugte Wandelbarkeit des Tons und eine Vitalität der Körpersprache, die sich auf das Publikum überträgt. Durch extrem kurze Artikulation versuchte die Flötistin, die akustischen Probleme des Krönungssaales abzumildern.
Alexander Pulyaev sorgte mit einem Ricercar von Bernardi Pasquini mit zur Jahreszeit passenden Kuckuck-Rufen und Anita Jehli mit einer Cello-Sonate von Vivaldi für Abwechslung im Gesamtprogramm, beides in hochkarätigen Interpretationen. Nach Corellis „Follia“ zum Schluss, der Thomas C. Boysen auf der Barockgitarre mit einer improvisierten flamencoartigen Einleitung den motorisch-rhythmischen Boden bereitet hatte, auf dem Dorothee Oberlinger mit hinreißender Virtuosität brillierte, gab es vom Publikum Bravos und stehende Ovationen.
Da waren Zugaben zwingend: der Mittelsatz aus dem Concerto C-Dur für Flautino op. 44/1, einer von Vivaldis schönsten langsamen Sätzen, und eine Wiederholung des Schlusses aus Corellis „Follia“.
AZ/AN vom 05.05.2009